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Experiment in Mainz
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Das Mainzer Neutrinomassenexperiment- Einführung - -Spektrums in der Endpunktsregion sensitiv auf
die Masse des Elektronantineutrinos zu werden, bedarf es eines Spektrometers mit
sowohl hoher Energieauflösung als auch hoher Luminosität. In Mainz wurde zu
diesem Zwecke ein neuer Spektrometertyp entwickelt, der sogenannte
MAC-E-Filter, d.h. Magnetic Adiabatic Collimation plus
Electrostatic Filter. Die wichtigsten Eigenschaften sind in
Abbildung 1 illustriert: zwei supraleitende
Magnete (im Bild Rechtecke mit diagonalem Linienkreuz) erzeugen ein magnetisches
Führungsfeld.Die im linken Solenoiden von der Tritiumquelle (hellblaues Rechtreck) in den vorderen Halbraum gestarteten -Elektronen werden magnetisch auf Zyklotronbahnen um die
magnetischen Feldlinien herum (blaue Linien) in das Spektrometer hineingeführt, der
resultierende akzeptierte Raumwinkel beträgt daher nahezu 2 .Auf dem Weg zur Mitte des Spektrometers fällt die magnetische Feldstärke um fast 4 Größenordnungen ab. Die magnetische Gradientenkraft transformiert daher die Zyklotronenergie fast vollständig in longitudinale Bewegungsenergie des Elektrons. Im unteren Teil der Abbildung wird dieser Sachverhalt am Beispiel der Richtung des Impulsvektors verdeutlicht. Wenn sich die magnetische Feldstärke nur langsam ändert, so transformiert sich der Impuls adiabatisch, so dass das magnetische Moment entlang der Elektronenbahn konstant bleibt: ![]() Diese Transformation kann wie folgt zusammengefaß werden: Die isotrop von der Quelle emittierten -Elektronen werden in einen breiten
Strahl von Elektronen transformiert, die sich fast parellel zu den magnetischen
Feldlinien bewegen.Nun läßt man diesen Strahl gegen ein elektrostatisches Potential anlaufen, welches von einem Elektrodensystem (grün in Abbildung 1) erzeugt wird. Alle die Elektronen, die genügend Energie besitzen, um die elektrostatische Barriere zu überwinden, werden wieder beschleunigt und auf einen Detektor kollimiert. Alle übrigen Elektronen werden reflektiert. Daher funktioniert das Spektrometer wie ein integrierender Energie-Hochpassfilter. Die relative Auflösung dieses Filters ist nur durch die Verhältnis von minimaler magnetischer Feldstärke in der Mittelebene des Spektrometers und maximaler Feldstärke zwischen der radioaktiven Elektronenquelle und Spektrometer gegeben. ![]() Durch Variation des elektrostatischen Retardierungspotentials kann auf diese Weise das -Spektrum gemessen werden.Als Tritiumquelle dient im Mainzer Neutrinomassen-Experiment ein schockkondensierter Tritiumfilm auf einem Graphit-Substrat (HOPG). Der Film hat einen Durchmesser von 17 mm und eine typische Dicke von 40 nm, was durch Laser-Ellipsometrie gemessen wird. Von 1995 bis 1997 wurde das Mainzer Spektrometeraufbau modifiziert. Ein zusätzliches Dublett zweier supraleitender Solenoide wurde zwischen der Tritiumquelle und dem Spektrometereingang angebracht (siehe Abbildung 2). Im Inneren dient eine mit flüssigem Helium gekühlte Kyrofläche zur Trennung der Vakua beider Teile der Apparatur: Von der Quelle kommende -Elektronen werden magnetisch ohne Verluste um die Ecke gelenkt.
Elektrisch neutrale, aus dem Tritium-Film
abdampfende Tritiummoleküle, die zuvor den größten Teil des Untergrunds
des Spektrometers verursacht hatten, frieren hingegen in dieser Kryofalle fest.Als zweite wesentliche Verbesserung ermöglicht ein neuer Kryostat nun Temperaturen unterhalb von 2 K. Rauhigkeitsübergänge des Tritium-Filmes, die in früheren Mainzer Messungen aufgetreten sind und Probleme verursacht hatten, werden auf diese Weise vermieden. Dieser Rauhigkeitsprozess ist ein thermisch aktivierter Diffusionsprozess, so dass niedrige Temperaturen notwendig sind, um so lange Zeitkonstanten zu erreichen, dass sie deutlich über der Dauer einer Messung liegen. Der Tritium-Film wird bei einer Temperatur von 1.86 K innerhalb weniger hundertstel Kelvin über mehrere Monate gehalten. Die neue Vollautomatisierung der Versuchsapparatur und Fernsteuerung erlauben Messperioden von mehreren Monaten Dauer pro Jahr. - Ergebnisse -
-Spektrums unterhalb
des Endpunkt berücksichtigt wurden, ergibt![]() Dies ist verträglich mit einer Neutrinomasse von Null. In Anbetracht der Unsicherheiten bedeutet dieser Wert eine obere Grenze für die Masse des Elektron-Neutrinos von: ![]() Diese Werte sowie eine alternative Analyse ![]() der Daten wurden auf der internationalen Konferenz NEUTRINO 2000 vorgestellt. Sie repräsentieren die weltbeste Sensitivität auf die Neutrinomasse in der direkten Massenbestimmung. Es sollte erwähnt werden, dass unsere gemessenen Werte für die Masse des Elektron-Neutrinos im sehr wahrscheinlichen Falle der Neutrinomischung einen Mittelwert über alle Neutrinomasseneigenzustände darstellen, die mit ihrer Mischung |Uei2| zum Elektron-Antineutrino beitragen (genauer: wenn die Masseneigenzustände nicht durch das Experiment aufgelöst werden können): ![]() Unsere sehr präzisen Daten eignen sich außerdem zum Test der sogenannten "Troitsk-Anomaly", einem kleinen Überschuss von Ereignissen nahe des Endpunkts des -Spektrums,
wie er vom Troisker Neutrinomassen-Experiment berichtet worden ist. Die Mainzer Daten
stützen die Troitsker Hypothese nur teilweise; eine abschließende Antwort
kann bis jetzt noch nicht gegeben werden. Jedoch steht die postulierte Halbjahresperiode
der "Troitsk-Anomaly" im klaren Widerspruch zu den Mainzer Daten.- Ausblick auf ein großes |